SOLWODI Österreich

Hilfe zur Selbsthilfe für Opfer von Menschenhandel und Ausbeutung

 

Bereits seit 2010 setzt sich eine Gruppe von Ordensfrauen gegen Frauenhandel ein. Im Herbst 2012 hat sich, ausgehend von der internationalen Bewegung SOLWODI, ein eigenständiger Österreichischer Verein gegründet, der sich besonders für Frauen engagiert, die Opfer von Menschenhandel, sexueller Gewalt und Ausbeutung geworden sind.

 

"Unser Beratungsansatz ist klientinnen-

und ressourcenorientiert.

 

Das Ziel ist Hilfe zur Selbsthilfe

und Eigenständigkeit der Frauen."

 

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So

03

Apr

2016

SOLWODI-Gründerin Sr. Lea Ackermann zu Gast in Österreich

Vorträge "Das Geschäft mit der Ware Frau und Kind"

Missionsschwester Dr. Lea Ackermann gründete 1985 den Verein SOLWODI und ist Vorreiterin im Kampf gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution. In zwei Vorträgen spricht sie über das Thema "Das Geschäft mit der Ware Frau und Kind":

- Donnerstag, 28. April um 19:00 Uhr im Paschingerhof, Hörschinger Straße in Pasching

- Freitag, 29. April um 19:30 Uhr im Bildungshaus Hippolyt, Eybnerstraße 5 in St. Pölten

 

Vortrag Lea Ackermann St. Pölten
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Do

18

Feb

2016

SOLWODI fordert neue Prostitutionspolitik

Pressekonferenz der Initiative STOPP SEXKAUF

Am 18. Februar fand in der Schwedischen Botschaft in Wien eine Pressekonferenz - organisiert von der Initiative STOPP SEXKAUF - statt, an der zahlreiche Gäste und MedienvertreterInnen teilnahmen. SOLWODI Österreich ist Mitglied dieser Initiative und setzt sich dafür ein, dass Frauen, die in der Prostitution ausgebeutet werden, Alternativen und Ausstiegsmöglichkeiten geboten werden.

 

Ziel der Initiative ist auch das Verbot von Sexkauf, weil Frauen damit zum Konsumgut und zur Ware gemacht werden. Diese unmenschliche Form der Ausbeutung hat Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen Frauen und Männern in unserer Gesellschaft. Wir fordern eine gänzlich neue Prostitutionspolitik für Österreich nach schwedischem Vorbild: Nicht die Prostituierten, sondern die Käufer sollen gesetzlich belangt werden!

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Mo

08

Feb

2016

Gebet und Symposium gegen Menschenhandel

Wie können wir gegen Menschenhandel vorgehen? Dieser Frage gehen Sr. Anna Mayrhofer, Leiterin der Schutzwohnung von SOLWODI und Oberst Gerald Tatzgern, Leiter der Zentralstelle zur Bekämpfung der Schlepperkriminalität, des Menschenhandels und des grenzüberschreitenden Prostitutionshandels bei einem Symposium im Erzbischöflichen Palais in Wien nach. Nähere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier:

 

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Do

14

Jan

2016

Vortrag "Prostitution, Zwangsprostitution und Menschenhandel"

Sr. Anna Mayrhofer, Franziskanerin Missionarin Mariens und Leiterin der Schutzwohnung von SOLWODI in Wien, hält am 14. Jänner im Rahmen der Vortragsreihe "Religion am Donnerstag" an der Karl-Franzes-Universität in Graz einen Vortrag zum Thema "Widerstand gegen die Normalisierung einer brutalen Realität". Nähere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier:

Flyer Uni Graz Jan 2016.pdf
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Mi

21

Okt

2015

"Über-Macht und Würde"

Zweite erfolgreiche Veranstaltung der Initiative "Aktiv gegen Menschenhandel in Oberösterreich" im Linzer U-Hof

Die engagierte Salvatorianerin Sr. Maria Schlackl nahm auch dieses Jahr den „Europäischen Tag gegen Menschenhandel“ zum Anlass, um im Linzer U-Hof eine Veranstaltung zum Thema „Über-Macht und Würde“ zu organisieren. Dabei wurde der Blick auf den florierenden Markt des Menschenhandels gerichtet, wo Menschenwürde nach wie vor mit Füßen getreten wird. Durch den Abend führte in gewohnt souveräner und launiger Weise Moderation Christine Haiden.

Sr. Maria Schlackl konnte dank ihrer Beharrlichkeit Bundespräsident Heinz Fischer für eine Grußbotschaft gewinnen, in der er sich für ihr unermüdliches Engagement gegen Menschenhandel bedankte. Rund 250 Zuhörer lauschten im Anschluss gespannt den Statements der geladenen Experten.

Anita Kienesberger, Autorin des Buches „Fucking Poor“, ging auf die Frage ein, ob man Sexarbeit überhaupt als Arbeit bezeichnen kann. Sie erläuterte das „Schwedische Modell“, das eine härtere Bestrafung des Freiers und Straffreiheit für Prostituierte vorsieht. Seit 1999 hat sich infolge dessen der Straßenstrich in Schweden halbiert. Kritisch beleuchtete Anita Kienesberger die Liberalisierung des Prostitutionsgesetzes in Deutschland, das seit 2002 in Kraft ist. Es sollte Transparenz ins Rotlichtmilieu bringen und Sexarbeiterinnen vor Ausbeutung schützen. In Deutschland ist der Markt trotzdem 60 Mal größer als in Schweden und mehrere Studien legen unabhängig voneinander nahe, dass das Gesetz den Sexhandel fördert. Die Autorin berichtete, dass täglich 1,2 Millionen deutsche Männer zu einer Prostituierten gehen und damit jährlich 14 Milliarden Euro umgesetzt werden. „Es gibt die ‚Ware Frau‘ zum Diskont-Preis. Manche von ihnen haben 16 Stunden am Tag zwischen 30 und 40 Freier“, so Kienesberger. „ Die Umbenennung von Prostituierter zu Sexarbeiterin hat nun auch noch dazu geführt, dass die Frauen mit vermeintlichen Therapeutinnen-Fähigkeiten ausgestattet wurden und damit keine Opfer mehr von Ausbeutung sein sollen.“ Das Sexdienstleistungsgesetz des Land Oberösterreich, das seit 2012 in Kraft ist, sei dem deutschen Prostitutionsgesetz in vielen Bereichen leider sehr ähnlich, merkte die Buchautorin an.

Manfred Bauer von der Landespolizeidirektion Linz erläuterte im Anschluss die Dimensionen des Sexhandels in Oberösterreich. Es gäbe 100 bis 120 Rotlichtbetriebe unter polizeilicher Kontrolle und rund 1.000 gemeldete Prostituierte, so Bauer. Er beobachte in den letzten Jahren eine Veränderung in der Szene. Immer mehr Bordelle werden zu Laufhäusern umfunktioniert wo die Sexarbeiterinnen Miete für die Nutzung eines Zimmers bezahlen und praktisch wie Selbstständige arbeiten. Seit der Ostöffnung kommen die meisten Prostituierten aus Ungarn, Rumänien, Bulgarien, der Slowakei und Tschechien. Nur rund 10 Prozent von ihnen sind Österreicherinnen. Auffallend sei, so Bauer, dass die meisten Frauen aus sehr ärmlichen Verhältnissen kommen, ein soziales Umfeld fehlt und sie schlechte Schulbildung besitzen. Bauer outete sich als Befürworter des oö. Sexdienstleistungsgesetzes: „Es bringt absolute Transparenz in Rotlichtbetriebe und schützt Prostituierte.“

Arnold Mettnitzer, Psychotherapeut und Theologe ging in seinem teils philosophischem Statement auf die Unterschiede zwischen Sehnsüchten und Bedürfnissen ein. Wir alle tragen von Geburt an die „gründliche“ Sehnsucht ins uns, von anderen geschätzt und angenommen zu werden so wie wir sind, erläuterte der Psychotherapeut. Wenn dieses Bedürfnis nicht gestillt wird leiden wir Not. „Wer nicht bekommt was er braucht, nimmt sich das was er kriegen kann“, so Mettnitzer, „und wenn unsere Bedürfnisse nun durch Gier, Neid und Habgier befriedigt werden, macht uns das abhängig und wir wollen immer mehr, von Macht, von Drogen, von Sex.“

Männerforscher Erwin Lehner versuchte abschließend die Frage zu beantworten, warum Männer Sex kaufen. Die Hauptmotivation für viele sei, dass man bei einer Prostituierten Sex ohne Beziehung bekommt, erklärte der Männerforscher. Der zweite Grund sei ein soziales Bedürfnis: Männer fühlten sich schlichtweg toll behandelt. In seinem Statement erläuterte Lehner auch, welche Männer zu Prostituierten gehen: Tendenziell ist der Sexkäufer jung, unverheiratet und hat keinen Pflichtschulabschluss. Nur 3 Prozent der Sexkäufer haben persönliche Aufklärung erlebt. „Die pflegerische Beziehung zu einem Kind, es zu füttern, zu baden, ihm nahe zu sein, reduziert die Wahrscheinlichkeit, dass es später Sex kaufen wird“, so Lehners ermutigende Worte.

Nach der Fragerunde im Publikum war klar, dass vieles weiterhin offen bleibt und diskutiert werden muss. Sr. Maria Schlackl hat mit der Veranstaltung jedoch ihr Ziel erreicht, unterschiedlichste Menschen und Initiativen zusammenzubringen die sich gegen Menschenhandel engagieren. Eine Veranstaltung, wo sie sich austauschen und vernetzen konnten. „Die Würde des Menschen ist unverlierbar, aber verletzbar.“ Dieser Satz von Arnold Mettnitzer sollte uns Mut machen uns für jene Menschen – besonders Frauen - einzusetzen, die auf Hilfe von außen angewiesen sind, um ihre Würde zurück zu gewinnen.  

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